“Weihnachtsaktivitäten”

Adventskalender zum selber Befüllen
Mein heuriger Adventskalender, vom Göttergatten liebevoll befüllt <3

Das war die Überraschung, die sich am Nikolaustag in meinem Adventskalendersäckchen verbarg.

“Setzen wir uns jetzt beim Sex Weihnachtsmützen auf, oder wie?” war meine Antwort darauf. Romantisch kann ich.

Nein, der Göttergatte hatte etwas viel besseres geplant: Nach dem Tattoo-Nachstechen sollte es erst in die Altstadt auf den Weihnachtsmarkt gehen, dann zum Ellermarkt, unserer Marmeladen-Renate einen Besuch abstatten, und anschließend dekorieren wir bei einer Tasse selbstgemachtem Punsch die Wohnung sowie den Christbaum. Klingt das nach was? Auf jeden Fall! Nach dem Stechen überreichten wir unseren Herren Tattoowierern noch kleine Schoko-Nikoläuse und dann ging es zum Kö-Bogen. Schon in der Straßenbahn merkte ich, wie viele Menschen bereits unterwegs waren und das noch vor Mittag! Für mich war das unfassbar, da ich es kaum geschafft hatte, rechtzeitig für meinen Termin aufzustehen. Wie schafften es da andere, schon Besorgungen erledigt, Treffen mit Freunden arrangiert zu haben und mittags geschäftig unterwegs zu sein?! Ich war immer noch im “Alles ganz gemütlich und keine Hektik, ist ja noch früh”-Modus. Am Wochenende ist vor 12 Uhr alles früh. Aber es half ja nichts, so ignorierte ich die Menschenmassen um mich herum, konzentrierte mich auf die krampfhaft gestellte festliche Stimmung und bummelte mit dem Mann durch die Buden. Bei Tageslicht und Regen statt Schnee ist es schon etwas mühsam, sich richtig weihnachtlich-winterlich zu fühlen. Bis heute war das leider mein letzter Weihnachtsmarktbesuch, obwohl ich gerne nochmal durch Düsseldorf ziehen würde, allein schon zum Fotografieren. Denn Düsseldorf kann auch mal richtig hübsch sein, wenn es von der unzähligen Weihnachtsbeleuchtung erhellt wird und wirklich die ganze Stadt detailreich dekoriert ist. Da sollten sich doch eigentlich ein paar hübsche Motive ergeben… Und immerhin ist es mein erstes Weihnachten hier. Vielleicht versuche ich deshalb, möglichst alles perfekt zu machen.

Nach einem sehr leckeren Suppenschmaus [Bärlauch für mich, Wild für den Mann] fuhren wir wieder stadtauswärts und sackten bei Renate gleich 6 Marmeladengläschen ein, 5x Apfel-Zimt, 1x Heidelbeer. Diesen mächtigen Vorrat an Marmeladen brauchen wir auch, denn das nächste Wiedersehen wird es erst zu Ostern geben und die Zeit bis dahin ist laaaa~ng. Zum Glück sind wir jetzt eingedeckt!

Wieder zu Hause setzten wir erstmal den Punsch an, damit dieser gut durchziehen konnte, und holten die Weihnachtsdeko hervor. Ich persönlich hätte unseren Baum schon direkt nach Halloween ausgepackt und aufgeschmückt, aber das erschien selbst mir etwas verfrüht ^^; Also geduldete ich mich brav bis Dezember. Damit bis kurz vor Heiligabend zu warten finde ich nach wie vor doof. Zum einen, weil wir um die Weihnachtsfeiertage herum eh nie zu Hause, sondern bei der Familie sind und deswegen gar nichts davon haben, wenn wir den Baum erst am 23.12. aufstellen. Zum anderen macht es irgendwie keinen Sinn, denn Baum traditionell erst kurz vor Weihnachten aufzustellen, um ihn dann genauso traditionell bis Anfang Februar stehen zu lassen, wo Weihnachten schon lange vorbei ist. Spätestens ab meinem Geburtstag kommen so gar keine besinnlichen Gefühle mehr bei mir auf und der Christbaum kommt mir in der Wohnung deplatziert vor. Wie ein Gast, der partout nicht verschwinden will. Deswegen zieh ich die Schmückaktion immer schon vor und kann mich dann den ganzen Advent an meinem Kunstwerk erfreuen. Erwachsensein fetzt eben doch.

Christbaumschmuck Dunkelgrün und Rot
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Fremde Heimat

Auswandern ist schwer und gleichzeitig so leicht. Es ist auch nichts anderes als Umziehen, nur weiter fort. In den meisten Fällen. Man geht weg und lebt sein Leben. Mal denkt man mehr an die alte Heimat, mal weniger. Das neue Leben kommt ins Rollen. Man lässt die Heimat hinter sich.

Aber sie holt einen ein. Sie überholt einen. Man verändert sich fernab von der Heimat und geht davon aus, dass die Heimat immer dieselbe bleiben wird. Denn das ist doch Heimat- Sicherheit durch Beständigkeit. Man ist daheim, weil man es kennt. Der Fixpunkt im Leben, der immer erhalten bleibt.

Doch genau so ist es nicht. Du änderst dich. Deine Heimat ändert sich aber auch. Nichts bleibt, wie es ist. Es gibt keinen Fixpunkt. Die Heimat in deinem Herzen ist nur ein Abbild dessen, was einmal war. Die Heimat, die ist, ist eine ganz andere. Die Heimat verändert sich mit dir- gleichzeitig, aber nicht zusammen. Die alte Heimat ist eine andere. Keine neue, wo man Veränderung begrüßt. Sie ist eine unbekannte und damit keine Heimat mehr.

Auswandern ist schwer. Nach Hause kommen in die fremde Heimat aber noch schwerer.

Österreichiches Essen in der Kitzbüheler Stuben, Düsseldorf

Am Sonntag hat mich der Göttergatte zum Adventessen in die “Kitzbüheler Stuben” eingeladen, ein österreichisches Restaurant in Lörick. Oder Heerdt. Oder so. Ich kenn mich auf der linken Rheinseite nicht aus. Das war eine wirklich gute Idee von ihm, denn wenn ich ehrlich bin, vermisse ich das österreichische Essen. Eierkren, Grenadiermarsch, Mohnnudeln, Kraut-/Schinkenfleckerln, Topfenknödel undundund sucht man in Deutschland vergebens, im Osten wie im Westen. Manchmal hab ich sogar Lust auf ein Stück Geselchtes oder ne Schüssel Szegediner Gulasch, obwohl ich das früher nie wirklich gemocht habe. Aber man will halt immer das, was man nicht haben kann. Doch wieder ein Stück Österreich genießen zu können – wenn auch mit angeblichem Tiroler Einschlag, obwohl es auch Salzburger Nockerln und Wiener Schnitzel gab und überhaupt kein österreichisches Bier – lässt einen den Wehmut nach Hause schmecken und man denkt über solche Dinge nach. Dann folge ich dem ein oder anderen österreichischen Blog oder Twitterer, ich höre österreichisches Radio und lese [zugegeben, selten] österreichische Nachrichten. Ich erfahre Dinge, die es damals™ in Österreich nicht gab. Österreich verändert sich. Die Heimat verändert sich. Während ich mich im Ausland weiterentwickelt hab – naturellement – hab ich mich nicht nur von der Heimat entfernt, sondern die Heimat hat sich auch von mir entfernt. Starbucks und Primark in Österreich. Dass Klasnic und Schüssel nicht mehr regierende Politker sind, werd ich wohl auch nie verkraften. Helden der Kindheit. Irgendwann werde ich vielleicht auch wieder zurückkehren. Der Göttergatte und ich haben schon darüber gesprochen, dass er sein Kind nicht in der Stadt zur Schule schicken will und ich nicht in Deutschland. Also kommt das Kind eben nach Österreich. Was ich persönlich gut finde, weil mir das österreichische Schulsystem besser gefällt. Aber wer weiß schon, wie das österreichische Schulniveau in 10, 15, 20 Jahren sein wird? Wer weiß überhaupt, wie sich Österreich entwickeln wird? Es verändert sich genauso wie der Rest der Welt, wie meine Welt, wie ich mich.

Schon der berühmte Philosoph Rainhard Fendrich wusste diese Misere gekonnt zusammenzufassen: “Alles is’ möglich, aber nix is’ fix!”.

“Ein bisserl sehr klass ist das – und ein wenig oasch auch”

Das Zitat im Titel stammt vom Standard.

Ich wollte gerne etwas über Musik schreiben. Nicht Musik im allgemeinen, sondern im speziellen das, was ich höre. Aber was höre ich? Ich kann Bands unglaublich schlecht in Genres kategorisieren, noch schlimmer ist, dass ich immer wieder die Namen meiner Lieblingsbands vergesse. Oder verwechsel. Ich beschäftige mich auch zugegebenermaßen nicht viel mit Musik. Ich höre sie; ich höre, was mir gefällt, und ich gehe gerne auf Konzerte. Letzteres ist für mich nicht nur Musik hören, sondern auch Musik fühlen, Musik erleben. Zusammengefasst kann ich also keine fundierte Meinung über Musik äußern. Ich befinde mich in der denkbar schlechtesten Ausgangslage für einen Musikbeitrag. Dennoch, dennoch hab ich wirklich das Bedürfnis, etwas darüber zu schreiben. Bzw. besser gesagt, ein paar Hörbeispiele zu zeigen, denn das ist doch, worauf es bei Musik wirklich ankommt?!

Österreich hat eine eigene Musikszene. Das mag manche verwundern, manche nicken wissend den Kopf: “Falco! EAV! Christina Stürmer!”, dabei kommt so viel mehr aus meinem alten Heimatland. Gut informiert darüber bin ich immer dank FM4. Der einzige Radiosender für mich, da dort nicht nur unerträglich nervtötende Pappnasen moderieren, wie es bei allen anderen Sendern der Fall ist. FM4 bietet mit dem Soundpark nicht nur ein Portal für den Austausch zwischen österreichischen Bands und Hörern, sondern stellt auch in ihren Sendungen direkt immer wieder junge, neue, österreichische Bands vor, lädt zum Talk ein undundund. Dabei bin ich in letzter Zeit über einige Künstler gestolpert, die wirklich außergewöhnliche Musik fernab von Mainstream produzieren. Mir gefällt das wirklich gut, obwohl es ja sonst überhaupt nicht meine Spielart ist.

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Herzschmerz

Ich hab das gesamte Wochenende damit verbracht, Liebesfilme zu sehen. Und ich bereue nichts. Eher im Gegenteil. Angefangen habe ich mit "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" am Freitag, der zwar kein reiner Liebesfilm ist, mich aber zu weiteren verführt hat:

Amazon Prime Instant Kürzlich gesehene Titel

Und dann sah ich "Geliebte Jane". Ich denke, dieser könnte sich zu einem neuen Lieblingsfilm etablieren. Schon früher hatte ich mir Verfilmungen von Jane Austen-Büchern angesehen, doch dieser sticht daraus hervor. Nicht nur die Regency-Kleidung hat es mir angetan [oder James McAvoy mit Kotelleten, herpderp], sondern der ganze Flair des Films, dass auch Jane Austens eigenes Leben wie ihr Roman hätte werden können, wenn ein Happy End nicht der Fiktion vorbehalten wäre. Schön gemacht! Meine Lieblingsszene, die auch mehrfach in Wiederholung lief, ist die Tanzszene auf dem Ball:

Diese Blicke! Meine Eierstöcke! Das nennt man dann wohl "Schauspielern".

Übrigens habe ich letztens irgendwo in den Weiten des Internets gelesen, dass "Stolz und Vorurteil und Zombies" nun verfilmt werden soll. Ich hoffe, die Verfilmung wird besser als die Vorlage. Ich war damals von der Adaption überhaupt nicht begeistert und habe deshalb immer vermieden, Austens Originale zu kaufen. Der obige biografische Film allerdings hat mich wieder mit dem Thema versöhnt und ich denke, ich komme nicht umhin, meine Bibliothek um ein paar englische Bücher zu erweitern.

Shoppen in Düsseldorf

Eigentlich wollte ich mal einen Eintrag über das Shoppen in Düsseldorf verfassen, aber das wäre reichlich unspektakulär geworden: Zum einen, weil ich weder auf der berühmt-berüchtigten Kö noch auf der Immermannstraße shoppen gehe, zum anderen, weil es genau darüber schon genug Artikel gibt. Denn seien wir ehrlich, Düsseldorf ist wahrlich kein Geheimtipp, was modebewusstes Shoppen betrifft. Primark, h&m, Mango, Zara und wie sie alle heißen, man findet all die großen Modeketten und die kleinen Boutiquen zuhauf in dieser Fashionistastadt. Shoppen ist kein reiner Müßiggang aus der Not heraus, es ist Freizeitbeschäftigung und gesellschaftliches Happening. Jedoch möchte ich trotzdem mal meine bisherige Beute der letzten Monate zeigenn und gebe dazu furchtbar eloquente Kommentare ab. Denn jedes Stück ist eine kleine Freude im Alltag ^-^

Dabei gibt es hier einen Laden, der mir dabei besonders ans Herz gewachsen ist: Das UnlichtDer einzige Gothic-Laden, den Düsseldorf zu bieten hat. Aber: Immer noch besser als der XtraX in Leipzig oder Berlin. Dort war es so, dass viele Kleidungsstücke teilweise monatelang im Laden hängen blieben, aber – wahrscheinlich deswegen – auch nie was Neues reinkam und man sich immer wieder durch die ewiggleichen Klamotten wühlte. Wir waren jetzt zweimal in einem Abstand von 2 Wochen dort und  in der Zwischenzeit hatten einige Stücke bereits den Laden verlassen. Unter anderem eine echt coole Handtasche in Fledermausflügelform, die ich mir eigentlich noch kaufen wollte ;__; Aber wir waren für wichtigeres gekommen: Zum einen Met. Wir sind beide weder Bier- noch Weintrinker, aber Met ist wirklich lecker und davon gibt es im Unlicht eine reiche Auswahl! Also haben wir dort bisher mehrere Metflaschen geholt und uns mittelalterliche Oberbekleidung gekauft. Der Mann wollte ein passendes Hemd für seinen Kilt, ich hätte gerne mal ein Outfit für Mittelaltermärkte. Zugegeben, mit den Märkten hat es im Sommer nicht geklappt, aber inzwischen bin ich für die nächste Saison gut gewappnet! Und mittelalterliche Adventsmärkte soll es ja auch noch geben *-* Rausgesucht hab ich mir eine weinrote Blose zum Schnüren. Dazu muss ich sagen: Ich mag kein Rot. Ich finde nicht, dass mir Rot so wahnsinnig gut steht, es macht meine Haut nur noch gelber. Aber ich wollte kein komplett schwarzes Outfit, sondern eine farbige Bluse in einer Farbe, die es für Frauen nicht gibt: Grün. Dafuq?! Wieso tragen Frauen kein Grün?! Das ist so ne schöne Farbe! Rot hat doch nun wirklich jeder… Und nun gehör ich auch dazu XD

Leonardo Carbone weinrote Mittelalterbluse
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Auf den Zahn gefühlt

Am Montag war ich zum zweiten Mal in meinem Leben und zum zweiten Mal innerhalb von weniger als 6 Monaten beim Zahnarzt zur professionellen Reinigung. Ich hatte schon mal erwähnt, dass ich seit heuer unter Zahnfleischbluten leide. Seit dem vorigen Arztbesuch hab ich also meine Zahnreinigung umgestellt, in der Hoffnung, das Bluten und die Entzündungen würden besser werden. Taten sie nicht. Ich hab [bisher noch] keine Parodontitis, allerdings ist mein Zahnfleisch nach wie vor wund und geschwollen und bläulich statt rosa gefärbt. Urghs. Ich weiß, das ist kein schönes Thema, aber ich bin halt auch nicht mehr die Jüngste und so langsam nagt der Zahn der Zeit auch an mir. Ich hatte noch nie in meinem Leben Probleme mit dem Zahnfleisch oder den Zähnen. Deswegen mach ich mir jetzt natürlich umso mehr Gedanken über die Ursachen. Denn nur die Symptome zu bekämpfen, lindert das Leiden nur kurzzeitig. Die Arzthelferin meinte, dass das Zahnfleisch ein Spiegelbild für die allgemeine Körperbefindlichkeit ist und dass Zanfleischbluten alle mögliche Ursachen haben kann. Stress wäre ein Faktor. Zugegeben, dieses Jahr war nicht gerade ruhig oder entspannt, es hat sich so einiges getan. Aber ist das wirklich schon Stress? Ab wann ist man schon gestresst und wann einfach nur aufgeregt/nervös? Ich tu mir unglaublich schwer damit, mir Stress, respektive psychische Belastungen, einzugestehen. Meitens halte ich eine Situation so lange aus, bis sie vorüber ist und mach mir keine Gedanken darum, welche Auswirkungen das für mich haben könnte. Ich merke gar nicht, was so wirklich auf mich einwirkt, mich verändert, unbewusst beeinflusst. Bis irgendwann metaphorisch ein Funke zündet und mich meine Gefühle dann regelrecht überschwemmen. Wie viele Gründe will ich eigentlich noch für eine Therapie sammeln? Ich weiß es nicht.

Ferner kamen wir aber auch auf die Ursache Hormone zu sprechen. Bei "Frauen meines Alters" sei das durchaus möglich und sollte in Betracht gezogen werden. Sinn macht das unter anderem auch, da mich meine Akne seit inzwischen einem Jahr wieder und immer noch plagt. Die Pille habe ich erst im September unmgestellt, weshalb ich noch endgültige Ergebnisse abwarten will. Eine Verbesserung der Haut erkenne ich schon, aber ganz verschwunden ist die Akne noch nicht. Nun kann sich aber der oben genannte Stress auf die Hormone auswirken, was nun nicht nur die Akne verursachen könnte, sondern auch das Zahnfleischbluten. Wuhei. Mir wurde geraten, mal meine Hormonwerte durchchecken zu lassen. Schaden kann es nicht. Und dass ich das Zahnfleischbluten in den Griff bekommen muss, ist klar. Nicht nur, dass mir dann nächstes Jahr eventuell eine Parodontitis-Therapie droht, es geht noch schlimmer: Bei einer Schwangerschaft könnte ich durch die Blutungen sogar ein Kind verlieren. Das ist zwar nicht geplant, aber diese drastische Auswirkung macht mich mehr als nur stutzig. Ein Schwangerschaftsabbruch wegen ein bisschen Blut im Mund? Dramatischer geht es kaum.

Und nun sitze ich hier allein in der Wohnung und versuche, ganz mutig und selbstständig mein Leben auf die Reihe zu bekommen. Okay, ganz so drastisch ist es nicht. Der Göttergatte ist beruflich über das Wochenende an die Nordsee gefahren [Haben die da überhaupt schon Internet?!] und wie immer, wenn ich allein zu Hause bin, hab ich mir ein paar To-Dos vorgenommen, die ich nun versuche in 2 Tagen abzuarbeiten. In der Wohnung gibt es so einiges, das ich verbessern möchte, unter anderem will ich ein bisschen was umräumen, Papierkram wegsortieren und dekorieren. Weihnachten, ick hör dir klingeln. Auch ein paar Schminkideen möchte ich umsetzen. Da ist zwar nichts besonderes dabei, aber ich will es zumindest mal ausprobiert haben. Um mir wieder einmal vor Augen zu führen, was ich im Gegensatz zu anderen nicht kann. Ich weiß auch nicht, woher meine Motivation dafür kommt…

The Doors of Perception in Wuppertal

Es ist nicht leicht, einen Konzertbericht zu verfassen. Man kann die Musik der auftretenden Band mit Genres beschreiben, man kann die Trackliste veröffentlichen, man kann sich über das verwendete Equipment auslassen, über den Veranstaltungsort, oder wie gut das Konzert besucht wurde. Das alles gibt einen Rahmen. Aber wie beschreibt man die aufkommende Freude, wenn die Band zum ersten Mal die Bühne betritt? Wie fasst man die Stimmung im Publikum in Worten? Wie bringt man die Gefühle während und nach dem Konzert aufs Papier? Und woher weiß man, dass das alles auch beim Lesenden ankommt? Letztendlich kann man es nur versuchen und hoffen. Angefangen am besten mit einem einzigen, zusammenfassenden Wort: Großartig!

Bei einer Tribute-Band hatte ich zuerst große Bedenken, zum einen, ob die auch wirklich ans Original herankommen können- Stichwort Elvis. Wie viele schlechte "Tribute" gibt es von ihm? Genügend. Also machte ich mir schon Sorgen, wie gut Imitatoren sein konnten, noch dazu welche aus Deutschland. Zum anderen überlegte ich auch, mit wie viel Elan und Motivation so eine Tribute-Band auf der Bühne steht. Jemand anderen zu imitieren: Kann das wirklich der große Traum eines Musikers sein? Versucht man da nicht lieber, selber kreativ zu sein und seine eigenen Werke zu vermarkten? Mich beschäftigten viel zu viele Fragen im Vorfeld des Konzertes. Wie sonst eigentlich auch immer im Leben. Das Beste, was einem dann passieren kann, ist, positiv überrascht zu werden. Und das ist jetzt kein scheinheiliger Marketing-Sprech, sondern meine ich tatsächlich so. Ich wurde eines Besseren belehrt und die Band hat Erwartungen erfüllt, die ich nicht zu stellen wagte. Nicht nur, dass der Sänger äußerlich entfernt an Morrison erinnerte, es wurde auch auf so Feinheiten wie Räucherkegel und Licht geachtet. Und das Tamburin. Sehr wichtig! Aber ganz im Ernst, die Band hat wirklich eine tolle Show abgeliefert, sie hatten so viel Spaß am Spielen der Stücke und auch an ihrer eigenen Improvisation, die sich perfekt einfügte, sodass ich gar nicht auf die Idee käme, dass da jetzt nicht The Doors vor mir stehen würde. Bis jetzt hab ich live noch nie eine Band gesehen, die nicht voller Herzblut bei der Sache war und das ist jedes Mal wieder wundervoll!

The Doors of Perception im Liveclub Barmen, Wuppertal, 2014
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