Erwartungen

Ich möchte gerne mehr bloggen. Klar. Ich denke, ich könnte auch über einiges schreiben. Momentan passiert viel in meinem Leben, aber auch den Alltag kann man manchmal in schöne Worte packen. Es gibt einiges, das ich zu sagen hätte. Ich mache mir über vieles Gedanken, über Gott und die Welt, wie es so schön heißt, mal mehr, mal weniger reflektiert.

Aber ich halte mich zurück. Ich schweige. Wie im Offlife traue ich mich nicht, etwas an- und auszusprechen. Und warum? Weil genau das passiert, was eigentlich jeder Blogger erreichen will: Mein Blog wird gelesen. Nicht nur von "irgendjemandem" aus dem Internet, den ich vielleicht sogar lose über Twitter kenne. Nein, es sind Freunde dabei, Familienmitglieder, Stalker und Ex-Freunde. Menschen, die mich persönlich kennen. Menschen, mit denen ich seit Jahren kein Wort mehr gewechselt habe. Menschen, die sich fragen, ob ich unter Schizophrenie leide, weil sich meine online- von meiner offline-Persönlichkeit unterscheidet.

Und sie alle haben eine Erwartungshaltung mir gegenüber. Ja, es ist schön, wenn man über den Blog mit Menschen in Kontakt treten und bleiben kann, weil man sich nicht real treffen kann. Ja, es ist schön, – gerade für mich – Menschen über mein Leben auf dem Laufenden halten zu können, ohne mit ihnen telefonieren zu müssen/mich mit ihnen treffen zu müssen [Im Büro ist Telefonieren echt kein Problem, aber privat? Jedes Mal aufs Neue aufregend!]. Ja, es ist schön, mit anderen fremde Meinungen und Erfahrungen austauschen zu können.

Aber das verschwindet alles in Anbetracht der Erwartungshaltung. Der Druck, den ich mir mache, einen guten, ordentlichen, interessanten Blog zu führen, hemmt mich. Der Druck, den ich mir mache. Nicht unbedingt andere, sondern allein ich. Mir wurde mal vorgeworfen, ich würde $Dinge nur in dem Wissen schreiben, dass sie gelesen werden. Bei Twitter blende ich das aus, da schreib ich etwas freier und erwarte selten eine direkte Antwort. Aber im Blog schreibe ich tatsächlich mit der ständigen Stimme im Hinterkopf [Ha, da wären wir wieder bei schizophren!], dass meine Beiträge gelesen werden. Ich möchte kaum jemandem von meinen Problemen erzählen; das wäre ein Eingeständnis von Schwäche. Bei mir ist immer alles prima und läuft! Natürlich ist dem in Wahrheit nicht so. Aber den einen will ich meine Probleme nicht aufdrängen, weil sie genug eigene haben. Bei anderen will ich keine Schwäche zeigen, damit sie nicht auf mich herabsehen und mich für den Verliere halten. Dritten gegenüber will ich einen guten Eindruck machen und eben nicht das nervliche Wrack raushängen lassen, das ich doch eigentlich bin. Und wieder andere geht es einfach schlicht nichts [mehr] an. Ich habe Angst vor den Reaktionen. Ich will keine Reaktionen. Und dann wieder doch. Ich will, dass mein Blog gelesen wird. Dass Leute wissen, wie es mir geht/was ich erlebe. Dass ich Kontakt halten kann, wenn auch passiv. Dass sich andere wiederfinden. Aber ich will auch nicht, dass er gelesen wird. Dass er nicht von bestimmten Personen gelesen wird. Dass nicht jeder Artikel gelesen wird.

Aber am besten wäre es, ich würde mir nicht so viele Gedanken um alles machen und das alles würde mich nicht so persönlich treffen, wie es das tatsächlich tut. Und ich würde meine eigene Erwartungshaltung nicht mit der von anderen identifizieren.

Terrakotta-Armee in Bochum

Der Titel verrät es schon ganz lapidar: In Bochum wurde die berühmte Terrakotta-Armee des ersten Kaisers von China ausgestellt und wir haben uns das Ganze mal angeschaut. Wenn es doch nur so einfach und langweilig gewesen wäre, wie das jetzt klingt..!

Terrakotta-Armee in Bochum 2014
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Twitter-Tag: 10 Fakten über mich

1. Viele Fakten von @dummekatz treffen auch auf mich zu.

2. Ich vermisse Leipzig. Sehr.

3. Ich blende bewusst Tagesgeschehen und Nachrichten aus, da mir das alles zu viel ist.

4. Ich krempel gerade Kleinigkeiten wie meinen Twitteraccount, meinen Blog, meine Schminke oder meine Haare um, weil ich keine Kraft hab, die großen Probleme anzugehen.

5. Ich freu mich schon sehr auf mein nächstes Tattoo Ende September. Das hat dann auch endlich Farbe :D

6. Manchmal sehe ich ServusTV, nur um den österreichischen Akzent zu hören.

7. Nach 5 Monaten komm ich meinem Traum von permanenter violetter Haarfarbe [aus der Drogerie] näher und bin damit wieder auf dem Stand von 2005.

8. Ich komme demnächst in das Alter, mit dem ich früher immer Kinder bekommen wollte. Aber ich fühl mich immer noch nicht bereit dafür.

9. Aber ich komm auch endlich in das Alter, mit dem ich mal "ästhetische Korrekturen" ausprobieren wollte und das wird dann mein Geburtstagsgeschenk für mich.

10. Ich besitze ein Kissen, das meine Persönlichkeit widerspiegelt. Es stammt aus einer Kinderabteilung.

Kissen Ikea Rymma

Ein Wiedersehen mit den Zombies

Zombiewalks kannte ich nicht nur aus Erzählungen über Twitter oder anderen Blogs, sondern ich konnte sogar schon mal selbst einen dokumentieren. Damals, in Leipzig. Vor ein paar Wochen bemerkte ich durch Zufall einen Sticker an einer Laterne und siehe da: Am 07.09. sollte auch in Düsseldorf ein Zombiewalk stattfinden. Ein gutes Datum, da wir an dem Wochenende weiter nichts geplant hatten und wir schon seit wirklich langer Zeit auf keinem Zombiewalk mehr waren. Der letzte in Leipzig fand an genau dem Tag statt, als wir nach Amsterdam reisten, daher war uns die Teilnahme viel zu stressig. Und wahrscheinlich hätten es unsere Mitinsassen im Schlafabteil auch nicht besonders toll gefunden, die Nacht mit zwei blutüberströmten Zombies verbringen zu müssen :D

Also ging es heute an einem Sonntag Nachmittag in die Innenstadt. Ich hatte ja schon etwas Sorge, dass der Walk gar nicht oder nicht heute stattfinden würde, da ich nur diesen einzigen Sticker gesehen hatte und immer wieder vergaß, nach einer Seite oder einem Eventeintrag zu googlen. Oder vielleicht würde einfach niemand kommen, weil Düsseldorf eh nicht das richtige Publikum ist? Wer weiß, wer weiß… Gespannt saßen der Göttergatte in der U-Bahn, aber selbst an der Haltestelle Hauptbahnhof sahen wir keine Untoten, was unsere Sorge bekräftigte. Doch kaum traten wir aus der U-Bahn-Station ans Licht, waren wir von ersten Zombies umgeben. HilfeYay! Den Beginn des Zuges verfolgten wir erhöht auf einem Abgang vom Burgplatz zu den Rheinpromenaden, danach liefen wir schnellstmöglich an der oberen Promenade entlang, um vor den Zug zu gelangen und im Vorbeigehen ein paar Portraits zu knipsen. Dieses Mal bin ich auch etwas zufriedener mit meiner Fotosauslese. Ein paar sind zwar wieder misslungen, aber so langsam befürchte ich, dass das mit meinem neuen alten Objektiv zusammenhängen könnte. Entweder hat es doch einen Knacks weg, seit ich es mal auf den Boden fallen ließ, oder es reagiert anders als die früheren Ausgaben. Nun gut, im Folgenden lasse ich erstmal die Bilder für sich sprechen.

Zombiewalk 2014 in Düsseldorf
Man weiß gar nicht, wer hier die eigentlich Horde ist- die Zombies oder die Fotografen?

Zombiewalk 2014 in Düsseldorf

Zombiewalk 2014 in Düsseldorf
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A reencounter with the zombies

Outfit für den Zombiewalk 2014

 

Mein Outfit für den Walk. Eigentlich wollte ich mich nur düster kleiden, aber dank der Perücke ist es eher creepycute geworden. Crappycute. Woher kommt das eigentlich, dass man sich mit dunkelrotem Lippenstift instantly wie ein Vampir fühlt? Bei rotem Lippenstift möchte ich mich am liebsten in schweren Samt hüllen und nachts mit einem Kerzenleuchter bewaffnet durch modernde Villen und vernebelte Friedhöfe ziehen. Und da man als Vampir auch untot ist, hat das Feeling super zum Zombiewalk gepasst!