Zu Dank verpflichtet

geschrieben am: 13. Mai 2012 von CutiePie in Gedankenablage

Orange Tulpen und rosane Nelken

Unumgänglich wird man darauf hingewiesen: Heute ist Muttertag! Anders als bei Valentinstag oder vllt noch diversen Jahrestagen wird beim Muttertag nicht darüber gestritten und diskutiert, wie sinnvoll oder -frei dieser Tag ist. Es wird kein Widerspruch geduldet, der Mutter hat man an diesem Tag zu ehren und zu danken! Die Mutter gebärt mich, sie zieht mich groß, kocht, wäscht und putzt für mich. Die Mutter umsorgt mich die all die Jahre lang und deshalb wäre es ja nur das mindeste, ihr einen Tag im Jahr zu opfern und ihrer zu gedenken. Schließlich hat sie sich das verdient, die Frau Mama!

Aber mal ganz ehrlich: Nur, weil sie per gesetzlicher Definition meine Mutter ist, heißt das nicht, dass sie auch meine "Mama" ist. Nur, weil sie mich gebärt, heißt das nicht, dass sie mich auch gebären wollte. Nur, weil sie den Haushalt erledigt, heißt das nicht, dass sie mir ein schönes Zuhause bieten will. Ich sehe es einfach nicht, wieso ich meiner Mutter dankbar sein soll, nur weil ich ihre Tochter bin.

Versteht mich nicht falsch, ich möchte nicht grundsätzlich die Rolle der Mutter verteufeln oder anzweifeln. Mein Gatte hat eine wunderbare Mutter und diese hat auch eine wunderbare Mutter. Meine Schwiegermutter und -großmutter sind beide ganz tolle Frauen und ich kann gut verstehen, wieso Herr Llama so ein "Mamaschatzi" ist :3

Aber meine eigene Mutter? Mein ganzes Leben lang hatte ich den Eindruck, alles, was sie für mich tut, tut sie aus Pflichtbewusstsein heraus. "Weil es sich halt so gehört". Keine Liebe, kein Mitgefühl, keine Geborgenheit. Immer nur ein Müsen, ein Sollen, manchmal auch ein Dürfen. Und dadurch hab ich es auch nicht besser gelernt: Für mich ist alles, was im Zusammenhang mit meiner Mutter steht, genauso eine Pflicht. Eine quälende, zwingende Pflicht. Ich konnte nie sagen, dass ich etwas nicht möchte. Ich hatte es einfach zu wollen. Mindestens aber zu tun, wenn ich schon nicht wollte.

Ich sehe es also einfach nicht ein, meiner Mutter heute zu danken. Weil ich es auch das ganze restliche Jahr nicht einsehe. Ich habe einfach kein gutes Verhältnis zu meiner Mutter und es wird durch irgendeinen "besonderen" Tag im Jahr auch nicht besser. Ganz im Gegenteil, ich hab diese Atmosphäre am Muttertag, während ich noch bei meinen Eltern lebte, höchstens besonders gehasst. Ein aufgezwungenes Lächeln, eine einstudierte Dankbarkeit, und alles nur, weil es sich so gehört. Es ist so schwachsinnig. Dieser Tag, an dem ich mir von allen Seiten anhören muss, wie ich mich meiner Mutter gegenüber zu verhalten habe, ist so eine Farce… Und ich hab es einfach satt.

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Dieser Beitrag gilt übrigens auch dem Vatertag. Es ist das selbe Schauspiel, nur mit weniger Wirbel drumherum.

Wobei, für eines möchte ich meiner Mutter danken: Dass ich weiß, was für eine Typ Mutter ich niemals sein möchte. Und meinem Vater danke ich für meinen Vaterkomplex.

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Zum Valentinstag gebrochene Herzen

geschrieben am: 14. Februar 2011 von CutiePie in Gedankenablage

Als ich 11 Jahre alt war, fuhr ich in den Sommerferien für 3 Wochen ins Ferienlager. Und in diesen 3 Wochen brach ich 2 Männern das Herz.

Ins Ferienlager nahm ich nicht nur Taschengeld, Sonnencreme und jede Menge Unterwäsche für 3 Wochen mit, sondern auch eine gute Freundin. Damals dachte ich, dass das für mich in jedem Fall eine Win-Win-Situation werden könnte: Ich tat mir schwer im neue Freunde finden und entweder fand ich durch sie Anschluss oder, wenn wir beide keinen finden würden, würde uns das enger zusammenschweißen. Tja, die harte Teenager-Realität sah leider anders aus…

Gleich in der ersten Wochen "verliebte" sich einer der gleichaltrigen Jungs in mich und schenkte mir eine wunderschöne Schatulle mit einer weißen Lilie drin [die ich heute noch besitze <3]. Naiv und oberflächlich, wie ich damals war, ließ ich ihn abblitzen- mir gefiel sein plumpes Äußeres nicht.

Dann lernte ich Patrick kennen [Ha, dass ich noch seinen Namen weiß..! *kicher*] und wir gingen miteinander. Welch glückselige Zeit das war! Doch sollte sie nicht lange währen… Obig genannte gute Freundin hatte sich in der Zwischenzeit mit einem Mädchen angefreundet, das aus der gleichen Stadt wie wir kam. Die beiden waren dauernd zusammen unterwegs, während ich mit meinem "Freund" zusammen war, erlebten ihre eigenen Geschichten, tuschelten über ihre eigenen Geheimnisse und schweißten ihre Freundschaft dank Knüpfarmbändchen enger zusammen.

Vermutlich war meine gute Freundin eifersüchtig auf den Mann an meiner Seite, weshalb sie begann, Intrigen gegen mich zu spinnen [Teenager-Terror deluXxe!]. Wann immer sie konnte, versuchte sie durch Lügengeschichten mir ein schlechtes Gewissen einzureden, weil ich so viel Zeit mit meinem Freund verbrachte. Irgendwann gab es Opferkind in mir nach und ich machte Schluss mit Patrick. Brach innerhalb von 3 Wochen einem zweiten Jungen das Herz. Für diese gute Freundin.

Blinking Hearts

Das war nun mein Valentins-Beitrag und hoffentlich ein amüsanter Ausflug in die verkorkste Vergangenheit der Cutie P.

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Schubladen-Denken

geschrieben am: 5. Februar 2011 von CutiePie in Gedankenablage

Nennt mich Nerd. Ich hab bis vor ein paar Jahren kaum gezockt.
Nennt mich Emo. Ich rede gerne über Oberflächliches wie Haare und Schminke.
Nennt mich Streber. Ich hab schon in der vierten Klasse meine erste 5 geschrieben.
Nennt mich Tussi. Ich hab mich mit 14 für Philosophie zu interessieren begonnen.
Steckt mich in eine Schublade. Ich werde in keine passen.

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Sich scheiße fühlen

geschrieben am: 29. Januar 2011 von CutiePie in Gedankenablage

crying girl
*Auskotz-Post*

So fühl ich mich heute. Beschissen. Ausgeschissen. Und gleichzeitig wie ausgekotzt. Seit dem Aufstehen würd ich am liebsten nur eines tun: Mich unter tausend Decken verkriechen und die böse Welt da draußen aussperren. Nichts und niemanden an mich ranlassen. Den ganzen Tag… einfach nur heulen. Das wär schön. Aber selbst dafür bin ich viel zu… ich weiß es nicht einmal. Ich weiß nicht, wie ich mich fühle, weil ich mich dermaßen scheiße fühle.

Heute morgen war eigentlich der perfekte Morgen: Sonnenschein und ein Llama, das mit mir zusammen zum Bäcker Frühstück holen geht <3 Verschlafen, kränklich und ungeschminkt ging ich vollen Mutes raus in diese sonnendurchflutete Welt, was mir eigentlich total unangenehm wäre. Aber heute? Heute geht’s mir so dreckig, dass ich nicht einmal sagen konnte, dass mir die vielen Blicke der fremden Menschen unangenehm waren.

Dazu kommt, dass ich in letzter Zeit für alles verantwortlich bin oder gemacht werde. Dein Leben ist scheiße? Cutiepie ist dran schuld! Niemand redet mit dir? Cutiepie ist dran schuld! Keiner will was mit dir zu tun haben? Cutiepie ist dran schuld! Und alles, was ich falsch machen kann, mach ich auch falsch. Das hat letztes Wochenende im Hotel angefangen, ging weiter über meine Krankmeldung in der Kanzlei am Mittwoch und endete die letzten Tage hier und dort im Internet. Wo ich auch bin- jeder hasst mich, alle werden von mir enttäuscht. Kein Wunder also, dass ich mich scheiße fühle. Weil ich so scheiße bin. Weil es so schlimm ist mit mir. Weil ich das Leben anderer zur Hölle mache. Weil ich ganz groß faile.

Gut, eigentlich müsst ich mich nicht so schlecht fühlen. Niemand hat mir direkt ins Gesicht gesagt, wie scheiße ich bin. Niemand hat sich konkret bei mir beschwert. Aber in letzter Zeit kann ich Kritik einfach nicht wegstecken. Immer wieder und wieder halte ich mir meine Schwächen, meine Fehler oder was andere über mich sagen vor. Immer wieder und wieder gehe ich die Situationen durch. Lass mich davon fertig machen. Ohne was dagegen zu tun. Ich glaub nicht so recht daran, dass ich eigentlich ein böser Mensch bin. Aber wenn andere so von mir denken… dann nagt das an mir. Ständig. Ohne aufzuhören. Ich beginne mehr an mir selbst zu zweifeln, als am Wert der Meinung anderer. Obwohl mich kaum jemand so gut kennt, dass er sich eine "richtige" Meinung über mich bilden könnte. Aber zu wissen, dass es doch jemand tut, verletzt irgendwie. Und macht mich fertig. Heute ist ein furchtbarer Tag…

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Ich und die Anderen

geschrieben am: 16. Oktober 2010 von CutiePie in Gedankenablage

In der Hauptschule schrieb ich mal eine 5 in Englisch. Viele in meiner Klasse hatten eine schlechte Note bekommen, weil wir ne komische Lehrerin hatten. Meiner Mutter war das egal, sie war erstmal wütend, keifte mich an und steckte mich in die Nachhilfe. Ihr war es egal, welche Noten andere bekamen, wichtig war nur, welche Note ihre Tochter hatte.

Einerseits vergleichen wir uns doch alle. Wer hat den coolsten Style? Wer hat die besten Noten? Wer hat den größten Schwanz oder den kleinsten Hintern? Wir vergleichen uns mit anderen und versuchen dadurch, besser zu werden. Denn darin liegt doch eigentlich der Sinn.

Ich frag mich aber, wenn doch jeder verschieden ist, wieso vergleichen wir dann überhaupt? Denn ich bin anders als die anderen. Abgesehen von dem üblichen Individualitätsblahblah, ich bin einfach anders. Anders als die Anderen. Manchmal intelligenter, manchmal dümmer, manchmal schöner, manchmal hässlicher, manchmal verrückter, manchmal schüchterner. Das kommt auf die Anderen drauf an.

Aber ich vergleiche mich mit ihnen und seh all die Ungleichheiten. Ungerechtigkeiten. Wieso muss ich mehr leisten als die anderen? Wieso muss ich mehr können? Wieso muss ich schneller, intelligenter, gutaussehender sein? Wieso sind die Erwartungen an mich so hoch, während die anderen nichts tun zu brauchen?

Gleichzeitig will ich aber auch persönlich gefordert und gefördert werden. Ich will anders behandelt werden. Ich will mehr leisten müssen, weil ich sonst vollkommen abstumpfe. Ich will mehr lernen, weil ich noch nicht genug weiß. Ich will mehr können, weil ich dann besser bin als die anderen.

Ich bin gerne anders als die anderen, weil ich gerne besser bin.

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